Drüber nachgedacht

Lesealltag

Hallo und herzlich willkommen zum neusten „Drüber nachgedacht“. Heute gibt es mal wieder ein sehr buchiges Thema, das viel Raum für eigene Interpretationen lässt, nämlich „Lesealltag“. Und trotzdem wusste ich nicht recht, wie ich dieses Thema angehen sollte. Denn mein Lesealltag variiert teilweise sehr stark und so richtige Rituale habe ich eigentlich auch nicht. Zumindest dachte ich das… bis ich mal wirklich drüber nachgedacht habe (na was ein Wortspiel).

Immer wieder bekomme ich Nachrichten und Kommentare von Lesern, die total erstaunt sind, wie ich trotz Arbeiten und Lernens noch auf so viele Bücher im Monat komme. Und ehrlich gesagt frage ich mich das an manchen Monatsenden selbst. Doch nun wo ich das Ganze mal genauer unter die Lupe genommen habe, ist es gar nicht mehr so rätselhaft.

Am liebsten haue ich mich abends mit meiner Bettdecke auf die Couch und lese, während mein Held irgendeine Serie schaut. Hört sich ein wenig nach alterndem Ehepaar an, oder? Aber wir arbeiten beide viel und gehören zu der Gruppen Menschen, die auch mal nen Tag auf der Couch bleiben können. Und solche Abende sind für mich einfach kuschelige Wohlfühlmomente.

Das Kreuz an der Sache ist dann aber halt, dass ich gerade vor Klausuren echt schlecht im entspannen bin. Ständig schwirren mir Gedanken durch den Kopf, à la „eigentlich könntest Du nun auch noch was lernen“ oder „vielleicht sollte ich lieber noch 10 Seiten im Lehrbuch lesen anstatt im neusten Thriller“. So richtig abschalten ist da irgendwie nicht. Wie aber schaffe ich es trotzdem auf 8-10 Bücher im Monat. Da hab ich doch ein paar Tipps für Dich:

Nie ohne Buch

Jeder von uns hat immer wieder Leerläufe in seinem Tagesablauf. Das Warten auf den Bus, das Warten beim Arzt, die Pause zwischen zweier Vorlesungen… Immer wieder tauchen 5 Minuten auf, die einfach so an einem vorbeiziehen. Und das sind in der heutigen Zeit die 5 Minuten, die man sinnlos am Handy verdingelt. Greif doch lieber zum Buch! Du würdest Dich wundern, wie schnell sich ein paar Seiten hier und ein paar Seiten dort plötzlich summieren. Ich gehe zwischenzeitlich ohne Buch nicht einmal mehr Zähne putzen. Dann mal ehrlich… da steh ich drei Minuten und halte mir die elektrische Bürste in den Mund. Da habe ich locker noch eine Hand frei.

Wenn Du nicht unbedingt das 800 Seiten umfassende Hardcover mit Dir rumschleppen willst, dann gibt es im Technikzeitalter auch wunderbare Möglichkeiten, die das Lesen trotzdem ermöglichen. Ich beispielsweise habe immer ein Buch bei Skoobe, das ich locker auch kurz auf dem Handy aufrufen kann. Du siehst… Ausreden gibt es damit nicht mehr.

Lesen als Belohnung

Lesen ist Entspannung, Abschalten und Erholung. Zumindest für mich. Wenn ich könnte, hätte ich den lieben langen Tag ein Buch vor der Nase. Daher habe ich mir das Lesen auch als Belohnung eingerichtet. Ein Kapitel Verwaltungsprozessrecht geschafft? Dann darf ich jetzt auch 5 Seiten im aktuellen Buch lesen. Oder wenn ich brav meine Runde gejoggt bin, darf ich dafür eine halbe Stunde gemütlich auf der Couch fläzen und lesen. Da machen auch die nicht so schönen Dinge im Leben gleich wieder mehr Spaß. Und ich glaube, dass mir das Arbeiten dadurch auch viel schneller von der Hand geht…

Medien kombinieren

Wer gerne Hörbücher nutzt, der wird bei diesem Tipp nur wissend nicken. Den Hörbücher lassen sich wunderbar auch dann einsetzen, wenn „richtiges“ Lesen gerade mal nicht geht. Beim Haushalt machen, beim Autofahren, beim Einschlafen…
Hörbuch an und ab damit! An manchen Tagen höre ich einfach das Buch weiter, das ich ohnehin gerade lese oder mich begleiten eben zwei Bücher. Und ich verspreche Dir, dass Du mit Hörbüchern bestimmt das eine oder andere Buch mehr im Monat liest.

Wie gestaltet sich Dein Lesealltag?



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13 Kommentare

  • Antworten Jacquy 18. Juni 2017 at 15:59

    Schöne Tipps, kann ich so unterschreiben 🙂 Ich habe auch immer ein Buch dabei, wenn es die Chance gibt, zum Lesen zu kommen und das klappt immer super. Gerade meine Zugfahrten zur Uni sind perfekt dafür und in der Bahn lese ich vermutlich sogar mehr als zu Hause. Für Fußwege eignen sich dann auch Hörbücher sehr gut und schon sind solche Wege und Fahrten keine Zeitverschwendung mehr, sondern ich gehe manchmal auch einfach mal eine Station mehr zu Fuß, damit ich mein Hörbuch länger hören kann 😀
    Als Belohnung oder Abwechslung mag ich es auch gern, da mache ich es auch manchmal so, dass ich eine Stunde was für die Uni mache und dafür dann eine halbe Stunde lese, wenn die Zeit es zulässt. Gerade in Hausarbeitsphasen entspannt es mich und macht meinen Kopf wieder frei, bevor ich weiterarbeiten muss.

    Liebe Grüße!

    • Antworten Nelly 20. Juni 2017 at 19:57

      Hallöchen!
      Die meisten werde ich mit meinem Tipps wohl nicht überraschen, aber es sich einfach wirkungsvolle Methoden. Man wundert sich manchmal wie schnell da ein halbes Buch zusammen kommt oder hier mal 150 Seiten. Zwischenzeitlich bin ich auch ganz gut darum, im Laufen zu lesen 😀
      In Hausarbeitsphasen ging es mir auch immer wie Dir. Da ist es einfach unglaublich entspannend.

      Alles Liebe, Nelly

  • Antworten Elli 18. Juni 2017 at 18:19

    Liebe Nelly,
    ich habe mich auch schon gefragt, wie du bei deiner Ausbildung noch auf so viele Bücher im Monat kommst. Das Geheimnis ist gelüftet! Das würde vermutlich auch erklären, wie ich im Monat auf so viele Bücher komme, denn ich mache es ganz ähnlich. Hier und da mal ein paar Seiten und zack, ist das halbe Buch schon wieder gelesen. 🙂
    Liebe Grüße,
    Elli

    • Antworten Nelly 21. Juni 2017 at 9:08

      Huhu Elli!
      Es ist tatsächlich einfach ne Summe aus kleinen Zeitschnipseln, die man sich jeden Tag nimmt. Dass ich richtig eine Stunde einfach ungestört lesen kann, ist momentan wirklich eine Ausnahme. Wenn man irgendwie will, geht es aber immer, oder? Ich freu mich auf jeden Fall, dass Du mir da ähnlich bist, da ich schon irgendwie immer komisch angeschaut werde, wenn ich jammere, wieviel Arbeit hier rumliegt und ich trotzdem einen ganz guten Monatsrückblick schreiben kann 😀

      Alles Liebe, Nelly

  • Antworten Franzi Schönbach 18. Juni 2017 at 21:11

    Hörbücher sind auch gerade meine Rettung. Ohne sie würde ich nur noch am Wochenende so wirklich lesen. Skoobe hätte ich auch gerne, aber für meinen Reader gibts das nicht und aktuelle ebooks hab ich grad tasächlich nicht, die mich gerade reizen^^. Mir wird aber eh schlecht in allem was fährt^^ und da sind Hörbücher meine Rettung :). Hast du ein paar Tipps? Ich bin nämlich jetzt beim letzten Band von Harry und könnte etwas inspiration brauchen :D. glg Franzi

    • Antworten Nelly 21. Juni 2017 at 11:25

      Huhu Franzi!
      Hörbücher nutze ich vor allem nachts zum Einschlafen. Als ich noch alleine gelebt habe, habe ich mir irgendwie angewöhnt, dass ich nur mit Hintergrundkulisse einschlafen kann (da hab ich mich nicht so allein gefühlt). Und seither kann ich ohne ein wenig Geräusche nicht einschlafen. Da ist ein Hörbuch perfekt.
      Skoobe nutze ich vor allem auf meinem Handy. Ich hab zwar auch ein Tablet, aber wenn ich das mitschleppe kann ich auch ein Buch einpacken. Aber wenn es Dir mit Bewegung ohnehin schlecht wird, dann brauchts das wahrscheinlich auch nicht. Ich bin da sehr angehärtet. Ich lese im Bus, im Zug, im Auto, beim Laufen… alles über die Jahre perfektioniert 😀
      Richtig toll fand ich die Hörbücher zur Robert Langdon-Reihe (Sakrleg, Illuminati und co.) Hast Du die schon gelesen? Wenn nicht, solltest Du da echt mal reinhören

      Alles Liebe, Nelly

  • Antworten Tatze 18. Juni 2017 at 21:38

    Liebste Nelly,

    ich habe mich ja schon ewig gefragt, wie du es hinkriegst, neben deinem Studium so viel zu lesen. Als wir dann beschlossen haben, dass es bei „Drüber nachgedacht“ um den Lesealltag gehen soll, war ich mehr als gespannt auf deinen Beitrag.
    Nach dem Lesen glaube ich, dass ich mir auch angewöhnen muss, einfach jede Gelegenheit zu nutzen. Aber wenn ich nur kurz Zeit habe, habe ich immer Angst mich festzulesen und dann die Zeit aus den Augen zu verlieren. 😀 Hast du das nicht?

    Liebste Grüße,
    Tati

    • Antworten Nelly 21. Juni 2017 at 11:56

      Huhu liebste Tati!
      Also es ist mir natürlich auch schon mehr als einmal passiert, dass ich irgendwohin zu spät gekommen bin, weil ich die Nase echt nicht mehr aus dem Buch bekam.
      Allerdings muss ich ehrlich sagen: wenn ich es so nicht machen würde, dann käme ich wahrscheinlich nur selten wirklich zum Lesen. Daher reiße ich mich lieber auch mittendrin wieder los, als gar nicht zu erfahren, wie es weitergeht…. Es gehört am Anfang echt Überwindung dazu, aber irgendwann hat man den Dreh raus.

      Alles Liebe, Nelly

  • Antworten Madame Lustig 19. Juni 2017 at 10:07

    Guten Morgen, du Liebe! 🙂

    Ich bin tatsächlich auch immer ganz erstaunt, wie du es schaffst, so viel Bücher in einem Monat wegzulesen und selbst jetzt, nachdem ich einen kleinen Einblick in deinen Lesealltag erhalten habe, ist es mir immer noch ein Rätsel. Ich lese ja nun wirklich auch zu beinahe jeder sich bietenden Gelegenheit und komme nie über 5. Wirklich niemals nie. Aber die Anzahl ist ja auch egal, Hauptsache, wir lesen überhaupt und haben unseren Spaß dabei. 🙂

    Beim Zähneputzen kann ich übrigens nicht lesen. Wenn die Zahnbürste da in meinem Mund vor sich hin vibriert, vibriert auch mein Kopf und dabei kann ich keine Worte fokussieren. Ist das bei dir nicht so?

    Fühl dich ganz lieb gedrückt,
    Maike

    • Antworten Nelly 21. Juni 2017 at 12:58

      Huhu Liebes!
      Ja auf die Zahl der Bücher kommt es wirklich nicht an. Allerdings werde ich immer wieder danach gefragt, dabei liest ja auch jeder in einer anderen Geschwindigkeit.
      Das mit dem Zähneputzen geht bei mir wirklich gut. Manchmal putze ich dann halt auch gerne mal 5 oder 6 Minuten. Meine Zahnfee von der Zahnreinigung war letztens ganz begeistert 😀 Also hat alles sein Gutes…

      Alles Liebe, Nelly

  • Antworten Kate 20. Juni 2017 at 14:47

    Hallöchen,
    ich gehöre zu den Leuten, die dich fragen, wie du so viele Bücher lesen kannst, wenn du doch so viel zu tun hast. Deshalb finde ich deine Tipps sehr, sehr interessant 🙂

    Ich habe immer ein Buch dabei. Das mache ich tatsächlich auch erst seit ca. einem Jahr so, aber es ist immer eines in meiner Tasche. Gerade der Weg zur Arbeit ist oft meine meiste Lesezeit am Tag und was soll ich die 20 Minuten in der Bahn sonst tun? Auch beim Arzt habe ich immer eines dabei, oder wenn ich zu meinem Freund fahre.
    Das ist wirklich ein guter Tipp (für mich jetzt nicht so hilfreich, weil ich das ja schon so mache :D), weil man wirklich unglaublich viel Zeit am Handy vertrödelt, wenn man kein Buch dabei hat.

    Das mit dem Belohnen mache ich auch, allerdings ein bisschen anders. Ich hab das nämlich nicht direkt als Belohnung angesehen, wenn ich eine Aufgabe erledigt habe, sondern eher als „Erinnerung“. Damit das Lesen in den alltäglichen Aufgaben nicht so untergeht. Deshalb erledige ich immer eine Aufgabe, lese dann ein Kapitel, erledige wieder eine Aufgabe und lese danach wieder ein Kapitel. Das klappt für mich ganz gut 🙂

    Hörbücher versuche ich immer wieder, aber irgendwie klappt das einfach nicht so recht. Ich weiß immer nicht, wann ich sie hören soll und zum Kochen oder Haushalt schaue ich dann doch meistens eine Serie.

    Danke für die Tipps und den Beitrag. Jetzt weiß ich, wie du das immer machst.
    Beim Zähneputzen zu lesen wäre aber so gar nicht meins 😀
    Liebste Grüße, Kate

    • Antworten Nelly 21. Juni 2017 at 14:04

      Huhu liebe Kate!
      Du siehst, eigentlich habe ich gar kein richtiges Geheimnis. Irgendwie integriert man das Lesen einfach in den Alltag. Da ich jeden Tag mit dem Auto zur Arbeit fahren muss, fällt da für mich schon einmal die Lesezeit flach. Da ich mir das „System“ mit den Belohnungen angewöhnt habe, kommen so automatisch ein paar Seiten zusammen. Aber Deinen Gedanken finde ich auch wichtig, da man sich so einfach ganz bewusst immer wieder kleine Auszeiten nimmt.
      Ich habe mit Hörbüchern auch lange Zeit nichts anfangen können, kann Dich da also gut verstehen. Aber irgendwann hat es dann gepasst und ich kann Dir nicht mal sagen, warum plötzlich doch. Vielleicht passiert Dir das auch noch…

      Alles Liebe, Nelly

  • Antworten Katja Wolke 25. Juni 2017 at 16:20

    An sich so simple Tipps und doch denke ich gerade: Warum mache ich das nicht häufiger so?
    Meistens habe ich auch immer ein Buch dabei, greife in kurzen Pausen aber dann doch eher zum Handy. Außerdem finde ich es immer etwas merkwürdig, mitten im Kapitel aufhören zu müssen. Aber das machst du dann ja wohl auch zwangsläufig, oder? Vielleicht sollte ich da einfach mal meine Einstellung überdenken, und es tatsächlich einfach machen^^
    Lesen als Belohnung ist ja noch viel besser, das macht meine To-Do-Liste ja gleich attraktiver, auch mal zwischendrin ein Kapitel lesen zu dürfen und nicht erst am Ende, wenn man meistens dann doch am Handy sitzt.
    Hörbücher sind einfach super praktisch, gerade beim Autofahren oder beim Putzen. Tatsächlich höre ich beim Zähne putzen auch immer ein Kapitel, gerade morgens, wenn ich dann eh kurz drauf das Haus verlasse und ins Auto steige 😀

    Liebe Grüße
    Katja 🙂

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