Off Topic

Meine Studienzeit – damals und heute

Herzlich Willkommen zu einem ganz neuen Thema auf meinem Blog! Wie man sich wahrscheinlich schon denken kann, wird meine neue Kategorie „Off Topic“ durch Themen geprägt, die sich mal nicht mit Büchern beschäftigen. Bisher gab es fast 500 Posts auf meinem Blog, die sich alle mehr oder weniger um das Lesen gedreht haben. Und immer mal wieder lasse ich Kleinigkeiten aus meinem Privatleben anklingen. Nun wurde ich ermuntert, mal ein wenig mehr von mir selbst preiszugeben. Und dem soll diese Kategorie dienen.

Als Auftakt möchte ich euch gerne ein bisschen davon erzählen, womit ich meine Zeit verbringe, wenn ich nicht lese, blogge oder mich mit Freunden und Familie treffe. Vor einigen Jahren durchfuhr mich der Geistesblitz, Jura zu studieren. War wohl eher einer meiner schwächeren Momente. Einerseits bin ich froh, eine so gute Ausbildung erhalten zu haben, mit der ich in der Lage bin, auf ganz eigenen Beinen zu stehen. Jeder wünscht sich natürlich einen Partner, mit dem er das Leben bestreiten kann. Und ich habe das große Glück, einen solche zu haben. Doch mir persönlich war es immer wichtig, mich so ausbilden zu lassen, dass ich irgendwann einmal unabhängig sein kann.

Andererseits hatte ich auch immer wieder (teilweise sehr lange) Phasen, in denen ich mit meinem Entschluss gehadert habe. Zu Beginn meines Studiums war ich eine typische Studentin, die von einem Tag auf den nächsten gelebt hat. Gerade in den ersten Semestern denkt man eigentlich nicht daran, dass das Studium tatsächlich irgendwann einmal beendet sein sollte. Doch je länger ich an der Uni war, desto mehr merkte ich, dass Jura gar nicht so ohne ist. Natürlich ist es viel zu lernen und ich denke, gerade dieses Gebiet muss einem liegen, damit es einen das ganze Leben lang glücklich machen kann.

Doch dann begann die Zeit, in der alte Klassenkameraden anfingen, zu heiraten, Kinder zu bekommen und Häuser zu bauen. Eine Zeit, in der ich noch auf 16 Quadratmeter im Studentenwohnheim hauste und von einem spärlichen Studienkredit lebte. So ein Studium kann sich hinziehen und meistens länger als man es anfangs dachte. Sowas kann einem schon ab und an mal den Wind aus den Segeln nehmen.

Aber: ich hatte die geilste Zeit meines Lebens!! Mein Tipp an jeden Erstsemester: klar gehört das regelmäßige Lernen dazu. Allerdings werdet ihr eine so geile Zeit wahrscheinlich nie mehr im Leben haben. Lernt neue Leute kennen, geht auf Partys, genießt jeden einzelnen Tag. Im Idealfall lebt ihr das erste Mal weg von zu Hause, ohne Aufsicht und ewige Fragen. Nutzt das aus!

Letztes Jahr im September war aber auch ich dann mal fertig. Zwischenzeitlich bin ich froh, dass ich es durchgezogen habe, denn das erste Staatsexamen kann mir nun keiner mehr nehmen. Will man als Jurist aber als Anwalt, Richter oder Staatsanwalt arbeiten, braucht man auch das zweite. Und da steck ich momentan mitten drin. Seit 01.April absolviere ich mein Referendariat, das insgesamt nochmal zwei Jahren dauern wird und nachdem ich dann hoffentlich „Voll-Jurist“ (heißt tatsächlich so) sein werde.

Nachdem ich zum Studieren nach Bayern gezogen bin, arbeite ich jetzt wieder in Baden-Württemberg. Hier ist es einfach am schönsten 🙂

Das Referendariat dient der praktischen Ausbildung. Wir müssen die verschiedensten Stationen durchlaufen und dürfen überall mal mitarbeiten. Falls ihr wollt, erzähle ich euch das nächste Mal etwas genauer, wie der Ablauf ausschaut.


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Habt ihr mit eurer Studien- bzw. Berufswahl auch schon gehadert?


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4 Kommentare

  • Antworten Madame Lustig 18. September 2016 at 10:52

    Guten Morgen liebe Nelly,
    ich finds wirklich toll, dass du den Schritt wagst und etwas mehr über dich und deine Ausbildung erzählst. Jura finde ich persönlich ja sowohl spannend als auch wahnsinnig nervtötend, weil mir dieses ganze Gesetztes-1×1 bisweilen tierisch auf den Zwirn geht. xD

    Ob ich mit meiner Berufswahl gehadert habe? Hm, dazu müsste es in erster Linie meine Wahl gewesen sein, oder? Das war es nämlich nicht. Ich wollte immer Sport und Geschichte studieren, aber meine Mutter hatte da andere Pläne und hat mich in eine Situation gebracht, in der ich gezwungen war, eine Ausbildung zur Hotelfachfrau zu machen. Und ganz ehrlich? Für den Beruf musst du geboren sein, andernfalls gehst du unter. Und ich bin unter gegangen. Die ständigen Überstunden, das Arbeiten am Wochenende und an Feiertagen kostet dich sämtliche Freundschaften und auch dein restliches Privatleben ist eher armselig als atemberaubend. Ich habe zwar irgendwann meinen Ausbilder- und Meisterschein gemacht, weil ich es nicht einsah, irgendwo da unten rumzuvegetieren, aber selbst das machte es nicht viel besser. Irgendwann habe ich mal zu meiner Mutter gesagt, dass ich lieber putzen gehen würde, als weiter in der Gastronomie zu arbeiten und das löste beinahe eine Familiekrise aus. Aber es ist wahr. Ich würde lieber Klos putzen, feste Arbeitszeiten und ein Privatleben haben und glücklich sein, als mir 15 Stunden am Tag für einen Hungerlohn den Arsch aufzureißen.

    Zum Glück ist es jetzt mit Kind sowieso nicht mehr möglich, hihi. Allerdings habe ich noch keinen Plan B. Ich lasse mich einfach überraschen, was da draußen so auf mich wartet. 🙂

    Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf deinen nächsten Beitrag. Ach ja, du sagtest, wenn du als Anwalt oder Richter arbeitet möchtest, brauchst du das zweite Staatsexamen. Was kann man denn ohne das machen? Also nur mit dem ersten Staatsexamen?

    Ach ja Nummer 2: Mein Text da oben hört sich an, als sei alles mega scheiße gewesen, aber das stimmt nicht. Meine Ausbildungszeit war, ganz unabhängig vom Beruf, mit die geilste Zeit in meinem Leben. Wir hatten Spaß, haben über die Stränge geschlagen, unserer Freiheit gelebt und alles mitgenommen, was das Leben uns geboten hat. Diese Zeit möchte ich nicht missen. Um nichts in der Welt.

    Fühl dich gedrückt und hab einen schönen Sonntag
    Maike

    • Antworten Nelly 19. September 2016 at 14:12

      Hey liebe Maike,
      ich habe mich sehr über deinen Kommentar gefreut. Ich hoffe, ich antworte dir jetzt in allen Einzelheiten, die mir beim Lesen durch den Kopf geschossen sind.

      Wahrscheinlich ist es mit Jura ein wenig wie mit der Gastro: man muss dafür gemacht sein. Andernsfalls ist man wahrscheinlich schnell ganz unglücklich.
      Ich hab neben dem Studium eigentlich durchgehend auch in der Gastro gearbeitet und kann daher auch ein paar Erfahrungen beisteuern. An sich hat mir die Arbeit viel Spaß gemacht, zumal es ein guter Ausgleich war zu der ganzen Kopfarbeit. Allerdings hast du leider Recht. Das Privatleben geht den Bach runter. Wann alle anderen frei haben, geht man selbst arbeiten. Ebenso sind die meisten Feiertage im Eimer. Mein Leben lang machen könnte ich das nicht. Und es wird halt auch wirklich schlecht bezahlt. Kann dich da also voll verstehen.

      Das erste Staatsexamen ist zwar an sich schon ein Abschluss, allerdings sind die Möglichkeiten nur mit dem ersten beschränkt. Es ist unter Juristen auch etwas verpönt, das zweite StEx nicht zu machen. Nur mit dem zweiten kann man Richter, Staatsanwalt oder Richter werden. Auch viele Wirtschaftsunternehmer legen Wert auf das zweite Examen, ohne das man eben nicht vor Gericht auftreten darf.
      Eine Bekannte von mir hat nach dem ersten StEx aufgehört und arbeitet nun in der Verwaltung. Das wäre beispielsweise eine Möglichkeit.

      Für mich war eigentlich schon klar, dass ich das zweite StEx auch mache. Allerdings musste ich mich schließlich schon aufraffen. Irgendwann hat man keine Lust mehr, die Monate mit kaum Geld zu verbringen, während alle anderen um einen herum, anfangen zu heiraten, Kinder zu bekommen und Häuser zu bauen.
      Es tröstet mich allerdings, dass es auf jeden Fall nicht länger als zwei Jahre dauert 😀

      Alles Liebe, Nelly

  • Antworten Kate 24. September 2016 at 9:21

    Liebe Nelly,
    ich finde die Idee von deiner neuen Rubrik toll. Ich erfahre gern mehr über andere Blogger und gerade deinen Blog mag ich ja sehr gerne 🙂 Den ersten Beitrag in der Rubrik finde ich auch toll, weil ich dein Studium wahnsinnig interessant finde.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass das Jura-Studium oder Studieren generell manchmal frustrierend sein kann. Vor allem, wenn alle anderen im Umfeld, wie du sagt, heiraten, Kinder kriegen und Häuser bauen, aber man selbst solche Ziele erst in Jahren anpacken kann.
    Ich hab ja auch mal ein Studium begonnen und dann hätte das bei mir nicht anders ausgesehen. Hätte mich an sich auch nicht gestört, weil ich mich für das Ganze sowieso noch nicht bereit fühle. Aber in zwei oder drei Jahren wäre das vielleicht anders gewesen.

    Dass ich so ein paar Probleme mit meinem Studium hatte, weißt du ja. Ich hab dann ja auch einmal den Studiengang gewechselt, aber das ist leider auch nicht besser gewesen. Mittlerweile mache ich ja eine Ausbildung zur Buchhändlerin, und ich weiß, dass ich später mal nicht zu den Topverdienern gehören werde oder mehr mit einem Studium hätte erreichen können, aber momentan bin ich mit meiner Entscheidung sehr zufrieden. Und was später einmal ist … das wird sich noch zeigen 🙂

    Ich hoffe, dass du mit deiner Studiumswahl mittlerweile zufrieden bist und dir das Referendariat Spaß macht 🙂

    Liebste Grüße,
    Kate ♥

    • Antworten Nelly 26. September 2016 at 9:17

      Huhu Kate,
      super, dass die neue Kategorie gut ankommt. Das freut mich natürlich sehr.

      Manchmal denke ich, dass ich mit einer Ausbildung auch gut bedient gewesen wäre. Denn genau das, was du da ansprichst, passiert einem. Anfangs denkt man nicht über Kinder und dergleichen nach. Man denkt eben genau das: dass man noch nicht bereit dafür ist. Und plötzlich liegen fünf Jahre Uni hinter einem.
      Aber gut, nun ist es eben so 🙂

      Ich hoffe, der nächste Post kommt genauso gut an.
      Alles Liebe, Nelly

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