Rezension

Bis(s) zum Ende der Nacht // Stephenie Meyer

Edward bekommt endlich seinen Willen: Er tritt gemeinsam mit seiner Liebe Bella vor den Traualtar. Gekrönt wird die ganze Sache von einer wunderschönen Hochzeitsreise, die auf eine einsame Insel führt, auf der die beiden Frisch-Verheirateten ihre Liebe ausleben können. Nach mehreren Wochen fängt Bellas Körper aber an, sich merkwürdig zu benehmen.

Plötzlich wächst aus Tod Leben

Das wirft eine Frage auf, die sich vielleicht nie zuvor sonst schon jemand fragen musste: Können Vampire Kinder zeugen? Schnell wird Bella zurück nach Forks gebracht, denn sie ist tatsächlich schwanger und das Kind wächst schneller als ein normales Menschenkind. Es wird klar, dass Bellas sterblicher Körper nicht aushalten kann, was da gerade mit ihr geschieht, doch sie setzt ihren Willen durch und will das Kind austragen.

Dabei erhält sie von unerwarteter Seite Hilfe. Auch das Wolfsrudel schaut gespannt auf die Situation, die sich da entwickelt. Denn der Tod Bellas (und ihre mögliche Wandlung in einen Vampir) würde gegen den Pakt zwischen Vampiren und Wölfen und damit gegen den Frieden verstoßen. Und dann kommt das Kind auf die Welt. Das Kind lebt und Bella stirbt. Daher ist Edward gezwungen, das zu tun, was er schon seit langem vor sich herschiebt. Er verwandelt seine Frau in einen Untote. Doch damit fangen die Probleme erst an. Nicht nur die Werwölfe wollen einen Angriff auf die Vampire starten, auch die Volturi in Italien haben Kenntnis bekommen von einem kleinen Vampirkind, das zwischen den Cullens aufwächst.

biss zum ende der nacht

Eine wunderschöne Liebesgeschichte findet ihr Ende

Da lag es also vor mir – das Finale der Bis(s)-Reihe, auf die ich so lange gewartet habe. Auch dieses Mal fällt einem als erstes die leichte und lockere Schreibweise von Stephenie Meyer auf, die einem gestattet, das Buch (trotz 800 Seiten) in einem Rutsch wegzulesen. Wie schon in Band 1-3 hat mir besonders die Ausgestaltung von Edward gefallen, da er mit seiner etwas altertümlichen Ausdrucksweise und seinen Prinzipien einfach jedes Frauenherz im Sturm erobert. Frau Meyer schaffte es außerdem, dass ich in diesem Band auch Rosalie, die ja eigentlich die ersten Teile lieber das Miststück gab, ins Herz schließen konnte. Eigentlich kommt keiner der Cullen-Vampire in diesem Band zu kurz, jeder hat seine Rolle, die wichtig ist.

Auch die Geschichte des Finales konnte mich überzeugen. Da hat sich jemand wirklich Mühe gegeben, der Reihe einen würdigen Abschluss zu verpassen. Auch die „logischen“ Widersprüche, die nach Erscheinen des Buches im World Wide Web rauf und runter diskutiert wurden (warum können tote Vampire Kinder zeugen), tut dem Ganzen keinen Abbruch. Man muss sich schon bewusst sein, dass man ein Fantasy-Buch liest, da kann es auch schon mal nicht logisch zugehen. Sehr gefallen hat mir, dass am Schluss alle Charaktere noch einmal wichtig werden und zusammen laufen. Überhaupt fand ich es toll, dass Stephenie Meyer den Schritt, Bella in einen Vampir zu wandeln, wirklich gewagt hat. Das war mal was Neues…

Im vierten Teil plötzlich ein Perspektivenwechsel

Was mich wirklich gestört hat, war der Sicht-Wechsel in der Mitte des Buches. Das erste und das letzte Drittel wird wie gewohnt aus Bellas Sicht erzählt, die Mitte allerdings von Jacobs. Ich kann zwar verstehen, warum Frau Meyer das getan hat. Immerhin glänzt Bella stellenweise lediglich durch Anwesenheit auf der Couch. Aber im letzten Band die Erzählweise zu durchbrechen, hat mich persönlich sehr gestört. Außerdem wirkte die Erzählung kurz nach Bellas Verwandlung doch sehr konstruiert. Bella, die wir in drei Teile als tollpatschig und alleine nicht lebensfähig kennengelernt haben, ist plötzlich Super-Mama, Super-Ehefrau und Super-Vampir. Über drei Bücher bekommt man als Leser vermittelt, wie schwer es „Neugeborenen“ fällt, dem menschlichen Blut zu entsagen und Bella schafft das ganze eine Viertelstunde nach Erwachen.

biss zum ende der nacht

Ich verkrafte ja viel Fantasy und kann auch mal über das ein oder andere unlogische Element hinwegsehen, aber DAS! Das hab selbst ich nicht geglaubt.

Alles in allem handelt es sich um einen wirklich gelungenen Abschluss der Reihe. Man fiebert ein letztes Mal mit liebgewonnenen Charakteren mit und es fehlt weder an Action, noch an Romantik. Für Fans der Reihe ein absolutes Must-Have und auch Twilght-Skeptiker können bestimmt zugeben, dass es sich um ein würdiges Ende handelt. Eine absolute Leseempfehlung.


Bis(s) zum Ende der Nacht | Stephenie Meyer
Carlsen | 2009 | 800 Seiten | #4 der Bis(s)-Reihe
Original: Breaking Dawn | übersetzt von: Sylke Hachmeister
erhältlich als: Hardcover | Taschenbuch | Filmausgabe | eBook
Weitere Meinungen zum Buch: Chrissys Buchwelt

Hier klicken für die Reihenfolge der Bis(s)-Reihe
biss zum abendrot Teil #1
Bis(s) zum Morgengrauen
biss zum ende der nacht Teil #2
Bis(s) zur Mittagsstunde
biss zum ende der nacht Teil #3
Bis(s) zum Abendrot
biss zum ende der nacht Teil #4
Bis(s) zum Ende der Nacht


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10 Kommentare

  • Antworten AnnA 22. August 2014 at 10:07

    Ohh gott ich muss diese Reihe auch unbedingt lesen 😀 ich habe bis jetzt nur die Filme gesehen und fande die leider etwas kitschig bis auf den letzten aber einfach jeder hat sie gelesen und deswegen will ich auch unbedingt lesen
    tolle rezi
    LG Anna 😉

    • Antworten Nelly 22. August 2014 at 10:44

      Jaaaa du musst die lesen.
      Klar die sind ein wenig kitschig. Aber jede Frau braucht ab und an mal was kitschiges.

      Wenn du normal auf weniger Kitsch stehst dann les sich halt mit bisschen zeitlichem Abstand und nicht alle hintereinander weg.
      Aber die Bücher Löhnen sich total. Bin seit Edward für die Männerwelt versaut 🙂

  • Antworten Selina 22. August 2014 at 10:36

    Ich hab dich gerade über Binzis Blogvorstellung entdeckt und kann Binzi nur zustimmen, dass dein Blog viel zu unbekannt für das ist, was er zu bieten hat! 😉
    Deshalb folge ich dir nun und freue mich auf viele weitere interessante Posts!
    Was "Bis(s) zum Ende der Nacht" betrifft: Ich fand den letzten Teil mit am besten von der gesamten Reihe aber es ist auch schon Jahre her, dass ich ihn gelesen habe, deshalb kann ich mittlerweile deine wenigen Kritikpunkte total nachvollziehen! 🙂

    Alles Liebe und mach weiter so!
    Selina von http://meine-lesewelt.blogspot.de/

    • Antworten Nelly 22. August 2014 at 10:46

      Hallo Selina,
      Danke für deine lieben Worte und ich freu mich riesig dass du da bist.

      Finde Teil 4 auch mit am besten. Lediglich Teil 2 war nicht so ganz meins

  • Antworten Monja 22. August 2014 at 10:57

    Super Rezension meine süße 🙂

  • Antworten Micha 22. August 2014 at 11:15

    Hi Nelly,

    eine sehr schöne Rezension zu einer sehr schönen Buchreihe ♥ Irgendwann werde ich die Bücher auch noch einmal lesen *_*

    Glg
    Micha

    • Antworten Nelly 22. August 2014 at 12:53

      Danke liebe Micha,
      Die Reihe kann man auch wirklich mehr als einmal lesen 🙂

  • Antworten Le FaBook 22. August 2014 at 13:22

    Heii liebe Nelly,
    bin durch Binzi über deinen Blog gestolpert und bleibe auch direkt mal als neue Leserin hier 🙂 Deine Rezi ist super, ich war/bin genauso begeistert wie du von dieser Reihe *.*

    Liebste Grüße,
    Leslie von http://lefabook.blogspot.de/

    • Antworten Nelly 22. August 2014 at 13:24

      Hi Leslie,
      Ich freu mich dass du da bist.
      Irgendwie geht die Biss-Reihe halt doch ans Herz

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