Rezension

Soul Beach: Schwarzer Sand // Kate Harrison

Nachdem Alice herausgefunden hat, dass ihre ermordete Schwester am virtuellen Strand von Soul Beach irgendwie weiterlebt, ist es ihre größte Bestrebung, auch deren Mörder zu finden. Kann es wirklich sein, dass Megans Freund ihr etwas so grausames antun konnte? Und als wäre Alice mit diesem Problem nicht schon genug beschäftigt, gibt es da ja auch noch diesen Jungen am Soul Beach, mit dem sie quasi zusammen ist. Doch das Problem mit der Beziehung zu einem Toten muss hintenan stehen, als der Tod ein weiteres Mal zuschlägt.

Zurück am virtuellen Strand

Endlich habe ich es geschafft, Teil 2 einer wirklich grandiosen Reihe zu lesen. Ich war ja bereits beim Auftaktband schlichtweg begeistert von Kate Harrisons Idee. Eine virtuelle Welt, an die die zu früh verstorbenen Jugendlichen gelangen, um dort an einem traumhaften Strand so lange zu verweilen, wie ihr Tod noch Rätsel aufwirft. Sowas muss einem erst einmal einfallen.

Klar war mir allerdings, bevor ich auch nur das Buch aufgeschlagen hatte, dass ich am Ende von Teil 2 immer noch nicht wissen werde, wer Megan getötet hatte. Das haben Trilogien irgendwie so in sich. Doch ich hatte mir erhofft, dass man dem Killer endlich auf den Fersen ist. Doch Alice erleidet einen Rückschlag. Denn eigentlich sind sich alle einig, dass Tim, Megans Freund, mit deren Tod zu tun haben muss. Nur Alice glaubte nicht so recht daran… Doch dann stirbt ausgerechnet Tim und wie es scheint, war es ein Selbstmord. Sollte das ein Schuldeingeständnis sein? Alice glaubt da erst recht nicht mehr dran, als er am Soul Beach angespült wird.

schwarzer sand

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Ausflug nach Barcelona

Zu Beginn des Buches fehlt der Geschichte noch ein wenig das Tempo. Harrison führt ihren Leser wieder gemächlich in das Buch ein und hätte hier gerne etwas mehr Elan an den Tag legen dürfen. So bleibt einem aber auch wieder genug Zeit, sich einzufinden, ohne direkt von Neuem erschlagen zu werden. Die Story knüpft dabei nahtlos an das Geschehen aus Band 1 an.

Während im Auftaktband Alice sich über weite Strecken in der virtuellen Welt von Soul Beach aufhält, tritt dieser Aspekt in Schwarzer Sand etwas zurück. Die Besuche am Strand sind selten und meist sehr kurz. Dafür entführt die Autorin den Leser auf eine Reise nach Barcelona. Dabei schaffte sie es mit ihrem lockeren und bildhaften Schreibstil, wirklich Sommerfeeling aufkommen zu lassen. Obwohl ich selbst noch nie dort war, konnte ich mir das Treiben und die Atmosphäre auf den Straßen wunderbar vorstellen.

Wer ist der Mörder?

Alice ist wieder die Erzählerin der Geschichte. Ihre Gedanken und Gefühle, aber auch ihre Entdeckungen, erhält man somit aus erster Hand. Immer wieder wird ihre Geschichte durchbrochen von Einschüben aus Sicht der Killers, was natürlich umso spannender ist, weil man einfach nicht weiß, wer er ist, aber immer wieder mit der Nase darauf gestoßen wird, dass er immer in der Nähe ist. Immer näher kommt Alice dem Geheimnis um den Tod ihrer Schwester und die Spannung wird nach und nach wirklich nervenaufreibend. Dabei kommen auch immer mehr Personen als Täter in Frage und ehrlich gesagt habe ich bisher noch keine Ahnung, wer die Tat denn begangen haben könnte.

schwarzer sand

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Zum Schluss hin tut sich ein großer Hinweis auf, der einen als Cliffhanger sprachlos zurück lässt. Diese Person hatte ich denn wirklich nicht auf dem Schirm, wobei ich noch nicht darauf baue, dass es sich dabei wirklich um den Täter handelt. Soll ja schließlich im Finale nochmal spannend werden. Da will man auf jeden Fall direkt zum Abschlussbuch greifen. Allerdings sucht man in diesem Buch vergeblich nach den bahnbrechenden Hinweisen oder nach unvorhergesehenen Wendungen.

Mit dem zweiten Teil schreibt Kate Harrison den typischen Mittelteil einer Trilogie. Man bekommt noch kein furioses Finale geliefert, kennt sich aber in der Geschichte schon aus. Da ist es immer schwierig, den Leser trotzdem irgendwie zu unterhalten. Durch die Reise nach Barcelona, die damit einhergehende Atmosphäre und das tolle Setting gelingt es Kate Harrison trotzdem, ihre Leser bei der Stange zu halten. Ein wenig haben mir die Ausflüge zum Soul Beach gefehlt, vor allem der Kontakt zu Megan. Aber alles in allem war das ganz solide und es hätte durchaus schlechter sein können.


Schwarzer Sand | Kate Harrison
Loewe | 2014 | 376 Seiten | #2 der Soul Beach-Reihe
Original: Soul Fire | übersetzt von: Jessika Komina
erhältlich als: Hardcover | eBook
Weitere Meinungen zum Buch: LeseLustLeseLiebe | Selection Books

Hier klicken für die Reihenfolge der Soul Beach-Reihe
schwarzer sand Teil #1
Frostiges Paradies
schwarzer sand Teil #2
Schwarzer Sand
schwarzer sand Teil #3
Salziger Tod


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6 Kommentare

  • Antworten Neri von Leselaunen 24. August 2017 at 14:13

    Das Cover und die Aufmachung des Buches gefallen mir sehr gut. Ob aber der Inahtl so meins wäre, bezweifle ich noch.

    Neri, Leselaunen

    • Antworten Nelly 24. August 2017 at 22:16

      Lesegeschmäcker sind eben verschieden, Gott sei Dank. Wäre doch langweilig, wenn wir alles das Gleiche gut finden würden. Und für uns Blogger wäre es doch noch schlimmer, oder 😀

  • Antworten Selection Books 27. August 2017 at 21:11

    Liebe Nelly,

    vielen lieben Dank für das Verlinken! Zu deiner Frage zu meinem CR: Almost a fairy tale hat mir leider nicht so gut gefallen. Der Weltenentwurf und die verknüpften Märchen sind mega genial, aber die Charaktere waren überhaupt nicht merin Fall. Welt 5 Sterne, Charaktere 1 Stern = 3 Sterne.
    Deine Bilder sind übrigens echt schön!

    Liebe Grüße
    Nadine

    • Antworten Nelly 29. August 2017 at 3:42

      Hey liebe Nadine!
      Vielen Dank für Deinen Kommentar und Dein Feedback. Ach das enttäuscht mich nun ein wenig. Das Cover und die Idee haben sich so vielversprechend angehört. Aber wenn einem dann über die komplette Länge die Charatere sauer aufstoßen, dann machts irgendwie halt auch keinen Spaß. Wie schade, wirklich…
      Aber vielen Dank, dass Du mich vor einem möglichen Fehlkauf abgehalten hast.

      Alles Liebe, Nelly

  • Antworten Lotta 2. September 2017 at 11:26

    Liebe Nelly,
    Ich muss sagen, dass ich den zweiten Teil von Soul Beach noch richtig gut fand, mich der letzte dann aber doch ziemlich enttäuscht hat. Ich bin gespannt welche Meinung du zum Finale der Reihe hast. Ich fand den zweiten gut, weil mir diese Reise und so Spaß gemacht hat. 🙂

    Liebst, Lotta

    • Antworten Nelly 2. September 2017 at 16:11

      Hallo Liebes!
      Ich muss ehrlich sagen, dass die Barcelona-Reise bei mir auch viel rausgerissen hat. Ohne dieses tolle Sommerfeeling hätte ich das Buch wahrscheinlich nicht so gut gefunden. Aber so konnte sich das Buch eigentlich ganz gut von den typischen zweiten Teilen einer Trilogie abheben. Und ich muss ehrlich sagen, dass ich immer noch keine Ahnung habe, wer der Mörder ist. Das fuchst mich richtig 😀
      Muss mir das Finale nun wirklich mal kaufen

      Alles Liebe, Nelly

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