Rezension

{ Abgebrochen } Vollidiot // Tommy Jaud

Simon Peters ist gerade frisch verlassen. Da ist das Leben einfach nicht so toll, wie es sein könnte. Und doch will er den Frauen nicht abschwören. Ein Singleurlaub soll es erst einmal richten. Doch der ist der totale Reinfall. Zurück in Köln begegnet Simon dann der Maus aus dem Starbucks-Laden und die ist ja wohl eine absolute Traumfrau. Doch so ganz willig scheint die auch nicht zu sein…

Kiffen, saufen und Frauen aufreißen = das Leben des Simon Peters

Gott, selten habe ich ein dermaßen ätzendes Buch in der Hand gehalten. Und lange ist es mir nicht mehr so schwer gefallen, den Inhalt eines Buches zusammenzufassen. Denn einen richtige Inhalt scheint es gar nicht so geben. Simon Peters Zeitvertreib besteht vor allem darin, sich zu betrinken, mit seinen Kumpels zu kiffen und irgendwelchen Frauen unter den Rock zu wollen. Und dabei bedient er sich gerne und oft einer Sprache, bei der einem nur schlecht werden kann. Man bekommt da nicht den Eindruck, einen erwachsenen Mann zu begleiten, sondern einen pubertierenden Teenager, dessen Hormone mit ihm durchgehen.

vollidiot

Als ich letztes Jahr Einen Scheiß muss ich gelesen habe, war ich total angetan von Tommy Jaud. Da musste ich mehr als einmal herzlich auflachen und habe den Schreibstil einfach so sehr geliebt. Doch scheinbar liegen Lebensratgeber dem Tommy Jaud einfach mehr als Romane.

Hauptsache richtig ungehobelt?

Hier wurde einfach jeder Aspekt, und wenn er auch noch so unbedeutend war, einfach bis an die Grenze überzogen. Mit realem Leben hatte das nichts mehr zu tun. Übertroffen wurde dieser Punkt nur noch durch die wirklich abgrundtiefe Sprache. Hauptsache viel Fäkalsprache, oder was war da der Gedanke dahinter? Wollte Jaud da betont jugendlich sein?

Und welches Männerbild soll hier überhaupt vermittelt werden? Dass Männer ganz klischeehaft nur mit ihrem besten Stück denken und dafür sämtlichen anderen Möglichkeiten in ihrem Leben fahren lassen? Und wenn es dann mal wieder mit den bösen Frauen nicht klappt, dann bleibt einem eigentlich nur, sich regelmäßig gnadenlos volllaufen zu lassen und dabei schön einen zu kiffen…

vollidiot

Gerüchte besagen, dass es besser werden soll

Das hab ich wirklich nur knappe 80 Seiten ertragen. In einigen Amazon-Rezensionen habe ich wohl gelesen, dass sich das Buch in der zweiten Hälfte fängt, aber um ehrlich zu sein: da ist mir meine Lesezeit zu schade für, um mich dafür zunächst durch diesen ersten Teil zu kämpfen. Witzig ist definitv was anderes.

Das war leider gar nicht mein Humor, um nicht zu sagen, das war gar kein Humor. Das hätte man eventuell noch übersehen können, allerdings fehlte es dem Buch darüber hinaus auch an einer Geschichte. Es mag vielleicht in der zweiten Hälfte besser werden (das sagen zumindest die Gerüchte), doch um bis dorthin zu kommen, muss man einen ordentlichen Batzen Geduld mitbringen. Muss man wirklich nicht gelesen haben.


Vollidiot | Tommy Jaud
Fischer | 2012 | 352 Seiten | #1 der Simon Peters-Reihe
erhältlich als: Taschenbuch | eBook
Weitere Meinungen zum Buch: Lesezauber | Keksbuchwelt

Hier klicken für die Reihenfolge der Simon Peters-Reihe
vollidiot Teil #1
Vollidiot
vollidiot Teil #2
Millionär
vollidiot Teil #3
Überman


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6 Kommentare

  • Antworten Steffi 22. September 2017 at 16:08

    Ich hab das Buch bei Erscheinen (vor vielen Jahren…) geschenkt bekommen. Fand es damals ganz ok aber nicht überzeugend. Mittlerweile finde ich die Romane von dem Autor ganz schrecklich. Hab es noch einmal mit „Resturlaub“ probiert und fand es richtig schlecht.

    • Antworten Nelly 2. Oktober 2017 at 16:49

      Hey Steffi,
      ich hab vor einigen Monaten „Einen Scheiß muss ich“ gelesen und hab mich fast schlapp gelacht. Ich hätte nie erraten, dass die beiden Büchern von ein und demselben Autor stammen sollen. Denn da lagen nicht nur Welten dazwischen, das waren ganze Universen!! Wirklich schade… Seine Romane werde ich auf jeden Fall nicht mehr anfassen.

      Alles Liebe, Nelly

  • Antworten Neri von Leselaunen 23. September 2017 at 16:07

    Danke! Ich finde die Bücher von Tommy Jaud allgemein völlig überbewertet und kann Dir da bezüglich des Humors nur zustimmen. Schön, zu lesen, dass ich damit mal nicht allein bin =) Im Übrigen finde ich die Cover überhaupt nicht ansprechend.

    Neri, Leselaunen

    • Antworten Nelly 4. Oktober 2017 at 12:32

      Hey Neri, kann Dir da nur zustimmen. Die Cover sind wahrlich kein Highlight. Ich meine, dass ich „Vollidiot“ irgendwann einmal geschenkt bekommen habe, auf jeden Fall stand es nun Jahre ungelesen in meinem Regal. Hätte ich es einfach stehen lassen 😀
      Alles Liebe, Nelly

  • Antworten Kerstin 1. Oktober 2017 at 11:32

    Ich habe das Buch vor Jahren zwei Hörbücher von Jaud gehört und hatte jede Menge Spaß damit – was aber wohl auch daran gelegen hat, daß es von Christoph Marie Herbst gelesen wurde.
    Hummeldumm hatte ich als Buch gelesen und war schon weniger begeistert.
    Vollidiot steht noch ungehört im Regal, vielleicht höre ich da demnächst mal rein…

    Liebe Grüße
    Kerstin

    • Antworten Nelly 7. Oktober 2017 at 17:08

      Hey Kerstin!
      Vielleicht war das einfach auch nicht meine Art von Humor. Viele haben mir auch gesagt, dass das Buch erst so ab der Hälfte gut wird, soweit habe ich es ja gar nicht geschafft 😀
      Gut gefallen hat mir von Jaud allerdings „Einen Scheiß muss ich“. Wie unterschiedlich zwei Bücher von dem gleichen Autoren sein kann…. Naja, man muss ja nicht immer alles mögen.

      Alles Liebe, Nelly

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